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Scrum oder Nicht-Scrum –
Welchen Ansatz wählen?

Wie Scrum entwick­elt wurde: Ursprünge und Anwen­dung der Methodik

Scrum ist eine agile Entwick­lungsmethodik mit ein­er einzi­gar­ti­gen Rol­len­verteilung im Team und ein­er beson­deren Organ­i­sa­tion der Iter­a­tio­nen. Scrum, wie andere agile Pro­jek­t­man­age­ment­meth­o­d­en, betont einen teamor­i­en­tierten Ansatz, kurze Iter­a­tio­nen und kon­tinuier­liche Verbesserung während der Arbeit. Diese Prinzip­i­en wer­den durch eine Rei­he spez­i­fis­ch­er Rollen, Regeln, Prozesse und Werkzeuge real­isiert, die es Teams ermöglichen, Pro­duk­te dop­pelt so schnell zu produzieren.
In Scrum-Teams sind die Schlüs­sel­rollen der Scrum Mas­ter und Prod­uct Own­er. Die Iter­a­tio­nen begin­nen mit der Pla­nung, bei der die Team­mit­glieder Plan­ning Pok­er“ spie­len, und enden mit ein­er Demo und Retrospektive.
Die Scrum-Methodik wurde 1993 von den Amerikan­ern Jeff Suther­land, einem Forsch­er und Unternehmens­ber­ater, und Ken Schwaber, einem prak­tizieren­den Pro­gram­mier­er, entwick­elt. 1995 präsen­tierten die Autoren ihren Ansatz offiziell auf ein­er wis­senschaftlichen Kon­ferenz der Asso­ci­a­tion for Com­put­ing Machin­ery in Austin, Texas.

Die Idee der Co-Autoren war neu: Sie entlehn­ten sowohl das Konzept als auch den Namen aus der Arbeit der japanis­chen Man­age­ment­forsch­er Takeuchi und Non­a­ka, The New Prod­uct Devel­op­ment Game”, veröf­fentlicht 1986. Japanis­che Her­steller hat­ten bere­its Ansätze ver­wen­det, die die Grund­lage von Scrum bilden. Der Name der Methodik stammt aus dem Rug­by, wo Scrum” – ein Spiel – die Bedeu­tung von Tea­mar­beit für den Sieg auf dem Spielfeld hervorhebt.

Anwen­dung von Scrum in IT und darüber hinaus

Scrum wurde zuerst in Unternehmen angewen­det, die Soft­ware pro­duzieren. Das erste Pro­jekt, das von Suther­land vor der offiziellen Präsen­ta­tion von Scrum geleit­et wurde, war die Entwick­lung von Soft­ware für ein Gel­dau­to­mat­en-Net­zw­erk (1983). Pro­gram­mier­er in IT-Unternehmen und ‑Abteilun­gen sind die Haupt­nutzer von Scrum. Der Schöpfer der Methodik beste­ht jedoch darauf, dass Scrum zur Lösung jed­er Auf­gabe ver­wen­det wer­den kann, und zitiert Beispiele aus der Fer­ti­gung, dem Bauwe­sen, der Bil­dung, der Poli­tik und sog­ar aus Haushalt­sauf­gaben wie all­ge­mein­er Reini­gung oder Eventorganisation.

Laut dem Scrum Alliance Bericht von 2016 waren 21% der mit Scrum abgeschlosse­nen Pro­jek­te nicht IT-bezo­gen. Ver­schiedene Abteilun­gen ver­wen­den Scrum erfolgreich:

Scrum vs. Agile vs. Waterfall

Scrum gehört zur Gruppe der agilen Method­olo­gien. Agile ist keine sep­a­rate Methodik, son­dern eine Entwick­lungsphiloso­phie. Ihre Haupt­prinzip­i­en sind im Man­i­fest für agile Soft­wa­reen­twick­lung” (2001) aufge­lis­tet, in dem die Bedeu­tung von Teams, Pro­duk­t­fokus, Prozesstrans­parenz, kon­tinuier­liche Verbesserung und schnelle Ergeb­nisse her­vorge­hoben werden.

Scrum ist eines der agilen Frame­works, eine for­mal­isierten Methodik für Pro­jek­tar­beit. Andere agile Method­olo­gien sind XP, Crys­tal, Kan­ban, Lean, Rapid Appli­ca­tion Devel­op­ment, Scrum­ban usw. Scrum ist also agil, aber agil ist nicht nur Scrum.

Um die Unter­schiede und Ähn­lichkeit­en zwis­chen Scrum und Agile zu visualisieren:


Scrum

Agil

Philoso­phie

-

+

Methodik

+

-

Rit­uale

+

-

Rollen

+

-

Arte­fak­te*

+

-

Trans­parenz

+

+

Kurze Iter­a­tio­nen

+

+

Häu­fige Releases

+

+

Änderungs­man­age­ment

+

+

Kon­tinuier­liche Verbesserung

+

+


*Arte­fak­te in Scrum sind Objek­te, die vom Team während des Pro­jek­ts erstellt wer­den. Dazu gehören das Pro­dukt-Back­log, das Sprint-Back­log und das Pro­dukt-Inkre­ment – ein funk­tion­ieren­des Stück Funk­tion­al­ität, das am Ende des Sprints demon­stri­ert wird.
Agile Meth­o­d­en ste­hen im Gegen­satz zum Wasser­fallmod­ell, das in den 90er Jahren von Entwick­lung­steams weit ver­bre­it­et ver­wen­det wurde. Dieses Mod­ell umfasst die sequen­zielle Aus­führung, wobei jede Phase erst ges­tartet wird, wenn die vorherige abgeschlossen ist.

Wie man gemäß Scrum arbeitet

Rollen in Scrum:

  • Scrum-Team: Das Kern­team von Scrum – eine zusam­men­hän­gende Gruppe von Fach­leuten. Scrum-Teams sind autonom und entschei­den selb­st, wie sie Auf­gaben erledigen.
  • Scrum Mas­ter: Der formelle Leit­er des Scrum-Teams, der sich­er­stellt, dass die Methodik kor­rekt angewen­det wird und die Team-Moral hoch bleibt. Sie sind ver­ant­wortlich für das Wie“ der Arbeit.
  • Prod­uct Own­er: Ver­ant­wortlich für die Funk­tion­al­ität des Pro­duk­ts. Ver­wal­ten das Pro­jekt-Back­log und kom­mu­nizieren mit dem Kunden.
  • Kunde: Der End­be­nutzer oder Klient des Pro­jek­ts, entwed­er extern oder intern (z.B. die Verkauf­s­abteilung, die ein CRM-Sys­tem anfordert).

Regelmäßige Scrum-Meet­ings in Worksection

  • Pla­nung: Das erste Meet­ing begin­nt den Sprint. Das Team, zusam­men mit dem Scrum Mas­ter und dem Prod­uct Own­er, wählt Auf­gaben aus dem ober­sten Teil des Back­logs aus, um sie zu erledigen.
  • Täglich­es Stand-Up: Jeden Tag zur gle­ichen Zeit disku­tieren die Team­mit­glieder den Fortschritt der Arbeit und beant­worten:
    — Was habe ich gestern getan, um dem Team zu helfen, sein Ziel zu erre­ichen?
    Was werde ich heute tun?
    Was hat meine Arbeit behindert?
  • Sprint-Review: Wenn der Sprint endet, wird eine Demo der abgeschlosse­nen Funk­tion­al­ität dem Kun­den gezeigt.
  • Ret­ro­spek­tive: Das Team bespricht die abgeschlosse­nen Auf­gaben, die aufge­trete­nen Prob­leme und Möglichkeit­en zur Verbesserung.

Algo­rith­mus: Was kommt als Nächstes?

  1. Wählen Sie einen Prod­uct Own­er, um die Ziele klar zu definieren.
  2. Bil­dung eines Scrum-Teams.
  3. Bes­tim­men Sie einen Scrum Master.
  4. Erstellen Sie ein Pro­jekt-Back­log mit allen poten­ziellen Aufgaben.
  5. Schätzen Sie die Back­log-Auf­gaben mit rel­a­tiv­en Werten (z.B. Fibonacci-Zahlen).
  6. Pla­nen Sie den Sprint, wählen Sie Auf­gaben aus und weisen Sie sie zu.
  7. Richt­en Sie ein Scrum-Board ein, das in To Do“, In Progress“ und Done“ unterteilt ist.
  8. Führen Sie tägliche Stand-Ups durch.
  9. Am Ende des Sprints eine Über­prü­fung und Ret­ro­spek­tive durchführen.
  10. Starten Sie den näch­sten Sprint mit der Planung.

Was zu lesen, um Scrum bess­er zu verstehen

  • Scrum Guide (Ken Schwaber, Jeff Sutherland)
  • Scrum: Die Kun­st, in der Hälfte der Zeit dop­pelt so viel Arbeit zu leis­ten (Jeff Sutherland)
  • Agiles Man­i­fest für Softwareentwicklung

Vorteile und Nachteile von Scrum in IT

Vorteile:

  • Trans­parenz: Offen­er Infor­ma­tion­saus­tausch und Zusammenarbeit.
  • Tea­mau­tonomie: Teams entschei­den selb­st, wie sie arbeit­en, was Frei­heit und Ver­ant­wor­tung motiviert.
  • Risiko­min­imierung: Schnelle Anpas­sung an Änderun­gen im Projekt.

Nachteile:

  • Nicht geeignet für Pro­jek­te mit vagen Anforderun­gen an das Endprodukt.
  • Schwierig in groß angelegten Pro­jek­ten ohne Mod­i­fika­tio­nen anzuwenden.

Scrum-Unternehmen

70% der IT-Unternehmen nutzen Scrum, darunter Gigan­ten wie Google, Ama­zon und Microsoft.

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